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Josef Hennig
Beiträge zur Höhlen- und Karstkunde in
Südwestdeutschland
Nr. 42 S. 3-24, Stuttgart, Mai 2001
Höhlen im Kartenblatt 7519 Rottenburg am Neckar
Von Matthias López Correa und Max Wisshak:
»7519/4 Kapfloch
Allgemeines: Die Vermessung erfolgte 1973 durch R. MÜLLER und T. RATHGEBER.
Aufgrund seiner Lage ist das Kapfloch schon lange bekannt. Dies bezeugen die verrußte Decke und zahlreiche Inschriften am Eingang. Die älteste sicher erkennbare Inschrift stammt aus dem Jahr 1916. Der Flurname Kapf bzw. Kapfhalde bedeutet soviel wie "gute Aussicht über die Gegend" (KEINATH 1951). Wenige Meter links des Eingangs liegt die sogenannte Fuchsspalte, ein engräumiger und geradliniger Kluftcanyon. Nach 5 bis 6 m verengt sich diese jedoch zu einer Röhre und wird unbefahrbar. Diese Kleinhöhle wurde 1977 durch T. RATHGEBER
vermessen. Sie wird zusammen mit dem Kapfloch im Höhlenkataster Südwestdeutschland geführt.
Lage: NO Bietenhausen liegt am rechten Hang des Starzeltals der Tiefstein (nach Gewannschild auch „Diebstein“), der über Pfade vom Talrand und aus der Flussniederung erreichbar ist und an dessen Wandfuß sich der 4,5 x 3,5 m messende Eingang öffnet.
Raumbeschreibung: Entlang einer markanten Leitkluft führt die Höhle über Lehm und Versturz 19 m geradlinig bergwärts. Der Gangquerschnitt wird dabei zunehmend kleiner und verengt sich auf Krabbelganggröße. Am Ende verzweigt er sich in zwei sedimenterfüllte Kluftschlüfe.
Geologie und Genese: Der Felsen wird aus den dünnplattigen Nodosuskalken aufgebaut.
Die Entstehung ist wohl auf ein kluftgebundenes Kleingerinne zurückzuführen. Die Aufweitung am Eingang ist ein Werk der Verwitterung.
Literatur: KEINATH 1951, NÄGELE 1919, NEU 1903.«
Dankeschön für das Auffinden dieses Beitrags an: Thomas Rathgeber, Staatliches Museum für Naturkunde Stuttgart
Das Geotop Tiefstein (Kapf-Felsen), Quelle: Geotope im Regierungsbezirk Tübingen, Steckbriefe Landkreis Tübingen, Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz in Baden-Württemberg
Fotos:
Gemeindearchiv
Bei Nägele (1919) findet sich neben der Vermutung, das »Kapfloch« (daher
der Name im Höhlenkataster) sei »wohl noch nicht erforscht«, folgender Hinweis:
»Der Sage nach geht von hier ein Gang nach Alt-Rottenburg«.
Wir dürfen diesen Hinweis und die etwas ausgeschmückte Version, es wären einmal Hühner durch diesen Gang nach Rottenburg geschickt worden, den Wandermärchen / Urbanen Legenden zuordnen.
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