Bodenschätze

Der Steinbruch

Steinbruch Frommenhausen 2011, Foto: Josef Hennig, zum Vergrößern klicken.

Foto:
Josef Hennig

 

Steinbruch Frommenhausen 2011, Foto: Josef Hennig, zum Vergrößern klicken.

Foto:
Josef Hennig

 

Steinbruch Frommenhausen 2008, Foto: Roblitschka, zum Vergrößern klicken.

Foto:
Roblitschka

 

1999 war der »Steinbruch Burgmühle« (Schotterwerke Heinz) Gegenstand einer Exkursion, deren Ergebnis in eine Veröffentlichung sowie in die Ausstellung des Muschelkalkmuseums in Ingelfingen (www.muschelkalkmuseum.de) einfloß.
Prof. Dr. Thomas Aigner, Institut und Museum für Geologie und Paläontologie Universität Tübingen, und A. Etzold untersuchten die Anthrakonitbank (Placunopsis Riff im Oberen Lettenkeuper, wo diese Riffe zum letzten Mal auftraten).

Die Publikation ist veröffentlicht im Heft 81 (1999) der Jahresberichte und Mitteilungen des Oberheinischen Geologischen Vereins (erhältlich bei der Schweizerbart'schen Verlagsbuchhandlung Stuttgart):
»AIGNER T. & ETZOLD A. (1999): Stratigraphie und Fazies der Trias in der Umgebung von Tübingen anhand von Tagesaufschlüssen und Bohrungen. - Jber. Mitt. oberrh. geol. Ver., N.F., 81: p. 47-67«

Foto: ® Charly Kuball

Foto:
® Charly Kuball
August 2011

 

 In der Kreisbeschreibung heißt es zur Geologie:
»Den Gesteinsuntergrund der Talsohle bilden junge Flußanschwemmungen. Am steilen Hang streichen die Gesteinshorizonte des Muschelkalks aus. Unmittelbar über dem Talgrund sind es die höheren Lagen des aus tonig-mergeligem Material, normalerweise durch Gehängeschutt verhüllt werden. Darüber folgen mit circa 85 m Mächtigkeit die Schichten des Oberen Muschelkalks (Hauptmuschelkalk), d.h. zunächst der dickbankige, blaugraue Trochitenkalk, darüber die dünngebankten, sonst ähnlichen Nodosusplatten und als Abschluß der graue bis gelbgraue, grobgebankte und besonders klüftige Trigonodusdolomit. Der Hauptmuschelkalk bietet ein nutzbares, besonders für Straßenschotter geeignetes Gesteinsmaterial, das in einem großen Steinbruch abgebaut wird.

Steinbruch Frommenhausen 2008, zum Vergrößern klicken.

Foto:
Gemeindearchiv

 

Gleich hinter der oberen Kante des Talgehänges setzt der etwa 20 m mächtige Lettenkeuper oder Untere Keuper auf. Er bedeckt mit seinen wohlgeschichteten, z.T. dunklen Tonmergeln, denen helle Dolomitlagen eingefügt sind, die ganze Hochfläche. Dies hat insofern große Bedeutung, als dadurch die Niederschlags- und Schmelzwasser im Bodenreich gehalten werden, anstatt rasch im klüftigen Untergrund des Muschelkalks zu verschwinden. Östlich des Dorfes blieben über dem Lettenkeuper noch kleine Reste des Gipskeupers erhalten, die aber, ebenso wie die übrigen höheren Teile der Hochfläche, von einer verlehmten Lößdecke überlagert sind. In den Fluren Greut und Laub finden sich Spuren alter Flußgerölle (Kalk- und Sandstein). Reichliches Grundwasser dürfte sich außer auf der Talsohle des Starzeltals an der Basis des Hauptmuschelkalks finden, während der Lettenkeuper nur kleine Wassermengen führt.«

Der Steinbruch ist beim Regierungspräsidium Freiburg unter »Geotouristische Objekte« aufgeführt:

Der Steinbruch Frommenhausen der Fa. Heinz am Südhang des Starzeltals erschließt Kalkgesteine der Oberen Hauptmuschelkalk-Formation (mo2, Trigonodusdolomit) und, ganz oben, den mittleren Teil des Unterkeuper (ku bis zum Linguladolomit).
Literatur:GK 25: 7519 Rottenburg am Neckar.

 

Starzeltal, Foto: Josef Hennig

Foto:
Josef Hennig

Das Geotop Steinbruch Burgmühle, Quelle: Geotope im Regierungsbezirk Tübingen, Steckbriefe Landkreis Tübingen, Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz in Baden-Württemberg

 

Steinbruch Frommenhausen 2011 - Foto: Brigitte Abt-Harrer

Foto:
Abt-Harrer

 

Steinbruch Frommenhausen 2011 - Foto: Brigitte Abt-Harrer

Foto:
Abt-Harrer

 

Steinbruch Frommenhausen 2011 - Foto: Brigitte Abt-Harrer

Foto:
Abt-Harrer

 

Steinbruch Frommenhausen 2011 - Foto: Brigitte Abt-Harrer

Foto:
Abt-Harrer

 

Blick auf Steinbruch nach einer Sprengung, Foto Josef Hennig

Foto:
Josef Hennig

 

Auszug aus dem Heimatbuch Frommenhausen:
»Der Steinbruch war für Frommenhausen in finanzieller Hinsicht schon seit jeher sehr wichtig.
Die Bewohner von Frommenhausen konnten mit Genehmigung des Bürgermeisters gegen einen relativ geringen Geldbetrag die Steine selbständig für den Bau ihrer Häuser und Stallungen brechen.
Vor dem Zweiten Weltkrieg wurde der Steinbruch erstmals von der Firma Fahrner aus Höfendorf und danach von der Firma Buck aus Belsen betrieben.Von 1948 bis 1951 übernahm die Firma Schnitzer aus Belsen die Geschäfte im Steinbruch, musste jedoch aus finanzieller Not den Betrieb wieder einstellen.
Im Jahre 1952 wurde der Betrieb im Steinbruch von derFirma Heinz aus Sonnenbühl wieder aufgenommen.
In den folgenden Jahren gewann der Steinbruch immer mehr an Bedeutung, zumal er ein ergiebiger und stetiger Geldgeber auch außerhalb jeglicher Vereinbarungen wurde.
Die Abbauzahlen verdeutlichen den stetigen Anstieg der Betriebsamkeit des Steinbruchs während der letzten zwanzig Jahre.
1985 insgesamt 103 533,135 m³
2005 insgesamt 152 518,93 m³
Im Jahr 1970 war der Steinbruch für den Ort Frommenhausen, aufgrund seiner Entfernung, kaum wahrzunehmen.
Die letzte Steinbrucherweiterung stammt aus dem Jahre 1986. Im Jahre 2006 wurde mit der Planung einer erneuten Erweiterung von 15 ha begonnen, nach deren Verwirklichung der Steinbruch bis fast an den Ort reichen soll.«

Das Heimatbuch kann auf der Verwaltungsstelle Frommenhausen zum Preis von 24,90 EURO erworben werden.

aus dem Fotoarchiv Frommenhausen

Foto:
Gemeindearchiv