Die Erweiterung des Steinbruchs in Frommenhausen, einem Stadtteil von Rottenburg im Kreis Tübingen, sorgt für Ärger. Weil die Vorräte zu Ende gehen, bemüht sich der Betreiber, die Firma Schotterwerke Heinz, seit Jahren um eine Genehmigung. Die Stadt Rottenburg hat dafür Grundstücke aufgekauft, jetzt liegt der Plan öffentlich vor und viele Frommenhäuser sind entsetzt. Sie leben schon seit Jahrzehnten mit dem Lärm, den die Sprengungen und der Lastwagenverkehr verursachen. Käme es zur Erweiterung, wäre der Steinbruch zudem vom Dorf aus zu sehen, als tiefer Krater in der idyllischen Landschaft. Jenny Jost hat sich mit den Beteiligten getroffen.
Jenny Jost: "Rund 30 Bürger sind zum Treffpunkt am Frommenhäuser Ortsrand gekommen. Sie wollen sich erst einmal Luft machen."
Bürgerin: "In den letzten 20 Jahren wurde es immer schlimmer mit dem Schießen im Steinbruch, dass unser ganzes Haus zittert und wackelt und Risse im Haus hat. Und wir haben jetzt also endlich genug vom Steinbruch."
Bürger: "Bei uns in der Dorfkirche hat es ziemlich viele Risse und ich behaupte, das kommt auch durch den Schwerlastverkehr."
Bürger: "Es ist bei mir auch so, ich wohn' direkt an der Straße - und diese LKWs! Wenn die manchmal im 4-Minuten-Takt durchfahren - es ist enorm, diese Belastung. Und es grenzt an eigentlich schon an Körperverletzung."
Jenny Jost: "Doch auch die, die bislang gut mit dem Steinbruch leben konnten, sind gegen eine Erweiterung, denn dann wird die Belastung für den Ort größer, glaubt Roland Harrer vom Förderverein Frommenhausen:"
Roland Harrer: "Mehrbelastung im Sinne von Staub, Mehrbelastung durch Sprengungen - Stichwort: vorher waren die Sprengungen 800m vom Ort entfernt, jetzt sollen sie 450 m bis an den Ort herankommen. Mehrbelastung durch LKW-Verkehr."
Jenny Jost: "Da ist Roland Hoppert, der Geschäftsführer der Schotterwerke Heinz anderer Meinung. Am LKW-Verkehr wird sich nichts ändern, sagt er. Die Abbaumenge soll ja nicht erhöht werden, es müsse nur künftig an anderer Stelle abgebaut werden, weil die Vorkommen im bisherigen Steinbruch zu Ende gehen. Sollte die Erweiterung nicht genehmigt werden, hätte Hoppert ein großes Problem."
Roland Hoppert: "Das wäre letzten Endes die Existenz der Schotterwerke Heinz. Wir haben in Willmandingen auf der Alb noch ein Jurawerk, wesentlich kleiner, haben in Bietenhausen eine Erweiterung bekommen, die 'ne gewisse Zeit noch gehen würde, auch über 10 Jahre, aber das Werk ist bei weitem nicht so leistungsfähig wie das hier. Wir produzieren hier Baustoffe, die sonst von sehr weit hergefahren werden müssen. Betonzuschlag auch für den B27-Tunnel in Dusslingen."
Jenny Jost: "Weil es um so viel geht, habe man sich freiwillig für ein öffentliches Verfahren entschieden. Deshalb ist Roland Hoppert von den negativen Reaktionen der Frommenhäuser zu diesem Zeitpunkt überrascht. Er glaubt auch nicht, dass die Risse an den Gebäuden durch Sprengungen oder LKW verursacht werden. Er bietet aber eine Messung durch ein unabhängiges Institut an. Doch die Frommenhäuser befürchten durch die Erweiterung auch die Verschandelung ihrer Landschaft. Gerlinde Hallmayers Familie bestellt einen Acker, der dann direkt an den Steinbruch grenzen würde."
Gerlinde Hallmayer: "Wenn ich manchmal da rüber fahre, dann denke ich immer das wäre einfach furchtbar für Frommenhausen, wenn das ganze Stück zu unserem Dorf her käme. Das wäre für uns untragbar! Also, da blutet mir jedes Mal das Herz!"
Jenny Jost: "Der Ortschaftsrat hat sich deshalb dafür ausgesprochen, dass nur 5 der beantragten 7 Hektar genehmigt werden. Zusätzlich soll ein hoher Sichtschutz gebaut werden. Noch sei nichts entschieden, beruhigt Ortsvorsteher Kurt Hallmayer."
Kurt Hallmayer: "Die Entscheidung ist so weit, dass das Verfahren recht weit ist, aber dass wir als Stadt Rottenburg Grundstückseigentümer sind und bei der Verpachtung von dem Grundstücke noch alles in der Hand haben und das muss dann sachlich entschieden werden und nicht unter irgendwelchen Geldzwängen oder sonstigen Zwängen, sondern es darf hier nur um die Sache gehen."
Jenny Jost: "Bei einer Bürgerversammlung im September sollen noch einmal alle Argumente auf den Tisch kommen."
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